Lexikon der Versicherungsbegriffe

Lexikon des Versicherungsrechtes

 


A

Abandon

All-Risks-Deckung (Allgefahrenversicherung)

Anerkenntnis- und Befriedigungsverbot

Ansteckungsrisiko

Antragsgrenze

Anwartschaftsdeckungsverfahren

Avale

 


B

Behavioral Insurance

Best Advice

Bewertungsreserve

Botnetze

 


C

Causa Proxima

Cloud Computing

Computermissbrauchsversicherung

Cyberversicherung

 


D

Dash-Cam

Datenmissbrauchversicherung

DDoS-Attacke – siehe Botnetze

Double-Opt-In Verfahren

Drachen- und Drohnenversicherung

Dread-Disease Versicherung

D&O-Versicherungen (Directors & Officers Liability Insurance)

 


E

Empowerment

Englische Lebensversicherung

Entertainmentversicherungen

Extended-Coverage-Versicherung (erweiterte Deckung, engl.)

Exzedenten-Deckung – siehe Konditionsdifferenzdeckung und Layer-Deckungen

 


F

Fake President

Franchise

Fraunhofer-Tabelle – siehe Schwacke-Liste

Führungsklausel – siehe Offene Mitversicherung

 


G

Gebundener Vermittler

Gefährdungshaftung

Genehmigungsfiktion in der gesetzlichen Krankenversicherung

 


H

Hamburger Modell

 


K

Keylogger

KFZ-SFR-Tausch / -Übertragung

Konditionsdifferenzdeckung (Umbrella-Deckung)

Kontrahierungszwang

 


L

Laufende Versicherung

Liquidationsversicherung

Loss Adjuster – Claims Adjuster

 


M

Mergers &Acquisitions (M&A) / Transaktionsversicherungen (W&I-Versicherung)

Multi-Risks-Versicherung

Moral Hazard

 


N

Named-Perils-Deckung (Benannte –Gefahren-Versicherung)

Nicknapping

 


O

Offene Mitversicherung / Layer-Deckungen

 


P

Payment Diversion Fraudsiehe Fake President

Pharming

Phishing

Protracted Default

 


R

Ransomware

Revolvierende Deckung

Robinsonliste

 


S

Schadentracking

Schwacke-Liste

Self-Service-Prozesse (Customer Self Service)

Stornohaftung

Stichentscheid

Summendifferenzversicherung – siehe Konditionsdifferenzversicherung

Summenversicherung

 


T

Takaful-Versicherung

Termfixversicherung (Ausbildungsversicherung)

Textform im VVG

Trennungsprinzip

 


U

Unbegrenzte Interessenversicherung

Universal Life

 


V

Valorenversicherung

Ventillösung

Vergreisungsrisiko

Versicherung auf verbundene Leben

Versicherungsombudsmann

Vertrauensschadenversicherung

 


Z

Zeichnungskapazität

Zero-Day-Exploit / Zero-Day-Angriff

 

Zero-Day-Exploit / Zero-Day-Angriff

Bezeichnet einen Angriff auf ein Computersystem oder -Programm unter Ausnutzung einer noch unentdeckten Schwachstelle bzw. Sicherheitslücke, für die noch kein Patch (Korrektur) zur Schließung dieser Lücke existiert. Dabei wird vom Angreifer, der die Lücke kennt oder selbst entdeckt ein Schadcode zu ihrer Ausnutzung entwickelt. In manchen Fällen wird die Kenntnis von der Sicherheitslücke auch käuflich erworben. Der Programmierfehler wird dann zu gezielten Angriffen über Malware genutzt.

Die Gefährlichkeit dieses Angriffs besteht darin, dass die Lücke auch nach ihrer Entdeckung bis zur Entwicklung des Patches durch den Softwarehersteller bestehen bleibt und weiter zum Angriff benutzt werden kann. Auch ein Antivirusprogramm kann dabei (bis zur Schließung der Lücke) nichts ausrichten.

Zeichnungskapazität

Der Begriff bezeichnet die von einem Erstversicherer zu akzeptierende Risikohöchstgrenze zu einer Versicherung. Sie ergibt sich einerseits aus den Vorschriften über die Mindestsolvabilität und andererseits aus der Größe des versicherten Kollektivs und bestehender Rückversicherungen.

Vertrauensschadenversicherung

Mit der Vertrauensschadenversicherung sichert sich ein Versicherungsnehmer gegen Vermögensschäden ab, die durch unerlaubte Handlungen seiner Vertrauenspersonen entstehen. Dabei wird zwischen Versicherung von Vermögensschäden aus vorsätzlichem unerlaubten Handeln (Betrug, Diebstahl, Untreue u. s. w.) und der Versicherung von Vermögensschäden aus fahrlässigen Handlungen bzw. unverschuldeten Vermögensschäden unterschieden.

Zum versicherten Personenkreis gehören i. d. R. alle Arbeitnehmer des Versicherungsnehmers. Aushilfen, Auszubildende und Praktikanten gehören ebenso wie Geschäftsführer und Fremdpersonal oder Zeitarbeiter dazu.

Zu den Obliegenheiten des Versicherungsnehmers gehört die Prüfung der Arbeitnehmer vor der Einstellung auf die Vertrauenswürdigkeit.

Versicherungsombudsmann

Ombudsmann für Versicherungen ist eine außergerichtliche Verbraucherschlichtungsstelle nach dem Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG). Er kann bei Meinungsverschiedenheiten mit den Versicherern eingeschaltet werden. 95 % der Versicherer in Deutschland haben sich dem Ombudsmann-Verfahren angeschlossen.

Bei diesem Verfahren kann der Verbraucher gegen eine Entscheidung des Versicherers beim Ombudsmann kostenlos (evtl. nur Portokosten) eine Beschwerde einlegen. Nach der Prüfung der Angelegenheit gibt es von dem Ombudsmann je nach Streitwert eine Entscheidung oder eine Empfehlung. Unter dem Streitwert von 10.000 € muss sich der Versicherer an die Entscheidung des Ombudsmannes halten. Beim Streitwert von über 10.000 € (bis 100.000 €) gibt er eine unverbindliche Empfehlung.

Der Ombudsmann für Versicherungen ist für Lebens-, Sach- und Haftpflichtversicherungen zuständig. Rechtsschutz-, Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung fallen in den Zuständigkeitsbereich damit genauso wie die Meinungsverschiedenheiten mit dem eigenen Kfz-Haftpflichtversicherer.

Der Ombudsmann ist unparteiisch und hält sich nur an Recht und Gesetz. Das Ombudsmann-Verfahren dauert i. d. R. weniger als drei Monate. Die Beschwerde kann per Fax, Brief, E-Mail oder über ein Online-Beschwerdeformular eingereicht werden.

Seit 2007 gehören auch bestimmte Streitigkeiten mit den Versicherungsvermittlern zu den Zuständigkeiten des Ombudsmanns für Versicherungen. Diese unterliegen jedoch einem gesonderten Verfahren. Für private Kranken- und Pflegeversicherung existiert eine eigene Ombudsmann-Stelle, deren Verfahren auch anders geregelt ist.

Versicherung auf verbundene Leben

Auch „verbundene Risikolebensversicherung“ genannt. Eine Risikolebensversicherung, die für Partner gedacht ist. Durch eine Police werden zwei Personen abgesichert. Beim Tod einer der Personen wird die Versicherungssumme an die andere ausgezahlt. Diese Versicherung ist vom Gedanken des Schutzes des Hinterbliebenen geprägt. Sie kann jedoch nicht nur in familiären Verhältnissen, sondern auch bei Geschäftspartnern zum Schutz des gemeinsamen Unternehmens sinnvoll sein. Ferner kann mit einer solchen Versicherung auch die Darlehensrückzahlung abgesichert werden. Beim Tod eines Ehegatten kann die Versicherungssumme in der Höhe der verbleibenden Darlehensschuld die Rückzahlung absichern und finanzielle Überlastung des Hinterbliebenen verhindern.

Vergreisungsrisiko

Bezeichnet das Risiko der Vergreisung der Versicherungsbestände in der privaten Kranken- und Pflegeversicherung, dass dadurch entsteht, dass in einem bestandgeschützten Tarif aufgrund der Änderungen der Gesetzeslage und rechtlicher Rahmenbedingungen keine Neuzugänge möglich sind. Die Folge der Schließung eines Tarifs für Neuzugänge sind die Beitragserhöhungen. Dem Versicherungsnehmer steht gem. § 204 VVG ein Tarifwechselrecht zu.

Der Tarifwechsel (i. S. d. § 204 VVG) in einen aufgrund gesetzlicher Beschränkungen (z. B. nach § 193 Abs. 3 VVG) geschlossenen Tarif ist nicht möglich. Nach § 204 VVG soll nur der Wechsel in die verkaufsoffenen sowie bestandsoffenen Tarife, die dem VN bei erstmaligem Abschluss des Krankenversicherungsvertrags noch offenstanden, möglich sein.

Ventillösung

Bezeichnet die Möglichkeit für einen gebundenen Ausschließlichkeitsvertreter aufgrund einer Erlaubnis des Versicherers auch die Produkte anderer Versicherer zu vermitteln, weil sein Versicherer das passende Produkt nicht in seinem Angebot führt. Dabei darf der Vertreter jedoch nicht den Anschein erwecken, er sei selbst ein Makler (vgl. LG Freiburg vom 30.12.2015, Az. 12 O 86/15 KfH).

Im Übrigen ist die Ventillösung nach der Rechtsprechung des BGH zulässig, solange die Vermittlungstätigkeit des gebundenen Vertreters nur einen geringen Teil seiner gesamten Tätigkeit ausmacht und der Versicherer die Haftung auch für diese übrige Vermittlertätigkeit des gebundenen Ausschließlichkeitsvertreters übernimmt (vgl. BGH Urteil vom 30.01.2014, Az. I ZR 19/13).

Valorenversicherung

Spezielle Art der Transportversicherung für Wertsachen (Valoren), wie z. B. Schmuck, Wertpapiere und Bargeld u. s. w. Hierbei sollen die Wertsachen während des Transports und der transportbedingten Lagerung gegen Abhandenkommen, Zerstörung oder Beschädigung versichert sein.

Bei Valorenversicherung handelt es sich um eine Allgefahrenversicherung, solange der Transport durch ein Transportunternehmen durchgeführt wird oder sich die Sache im Gewahrsam einer öffentlichen Stelle (z.B. Zoll) befindet. Beim Transport durch den Versicherungsnehmer selbst besteht eine Named-Perils-Deckung.

Zeichnet sich wegen des hohen Risikos durch verschärfte Obliegenheiten aus.

Universal Life

Eine Form der gemischten Versicherung nach US-Amerikanischen Vorbild auf Basis der privaten Rentenversicherung mit der Möglichkeit, weitere Bausteine, wie z. B. Todesfall- und/oder Pflegefallschutz, mitzuversichern. Die Vorsorge durch Kapitalansammlung kann damit mit unabhängig geführten Risikokomponenten kombiniert werden.

Bezeichnend für diese Versicherungsform sind die Anpassungsmöglichkeiten an die Lebenssituation des Versicherungsnehmers sowie die transparente Kontoführung und -struktur. Zudem fehlen hier die festen laufenden Beiträge, einmalige Zahlungen und Entnahmen sind möglich.